Gesunder Lebensstil, Gesellschaft und Politik

Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch, sich in seinem gesellschaftlichen Umfeld wohl zu fühlen.

Das bedeutet nicht nur im engeren Sinne, dass zwischen den Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn ein gutes Verhältnis besteht, sondern betrifft auch die politische Lage und die Konformität mit den gesellschaftlichen Werten und Normen.

Aaron Antonovsky hat das mit seiner Definition vom Kohärenzgefühl sehr schön auf den Punkt gebracht. Ausgehend von der Frage: „Wie entsteht Gesundheit?“ entwickelte er die Gleichung
Kohärenzgefühl = Verstehbarkeit + Handhabbarkeit + Sinnhaftigkeit.
Die Antwort lautet also je höher das Kohärenzgefühl, desto stabiler die psychische Gesundheit, also das Ausmaß des persönlichen Vertrauens in eine positive Entwicklung des eigenen Lebens. Dieses tiefe Vertrauen und die daraus generierte psychische Gesundheit hat wiederum direkte Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit.
Daraus ergibt sich aber auch, dass in einem Menschen immer gesunde wie auch kranke Anteile vorhanden sind. Ich stelle mir das als eine Skala vor, deren Regler man je nach Lebensstil in die eine oder andere Richtung verschieben kann.

Wie können nun die Bestandteile des Kohärenzgefühls in der Praxis aussehen?

Verstehbarkeit:
Einfach ausgedrückt: die Fähigkeit, die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen.
Mal ganz ehrlich, das gelingt uns vielleicht noch im kleinen Rahmen, also innerhalb unserer Familien und Freunden, aber wer versteht denn noch die aktuelle Politik, die wirklichen Hintergründe der Kriege auf dieser Welt oder die wirtschaftlichen Gegebenheiten in unserem Land? Natürlich versuchen die Politiker, jeder nach seiner Fasson, die Welt zu erklären, aber inzwischen hat auch der letzte gemerkt, dass man im Allgemeinen nicht die Wahrheit zu hören bekommt, sondern die Aussagen immer einen manipulativen Zweck erfüllen. Die ständige Angstmache durch die Medien und die Politik lässt kein tiefes Gefühl des Vertrauens entstehen und führt eher dazu, noch mehr an den gesellschaftspolitischen Umständen zu (ver)zweifeln. Ein ganz anschauliches Beispiel dafür sehe ich in der Coronazeit. Habt Ihr beispielsweise verstanden, warum es verboten war, auf einer Bank im Park zu lesen? Mit der Ansteckungsgefahr kann das ja nicht begründet werden. Ihr habt sicher noch viele andere Beispiele von Maßnahmen der Politik, die Ihr nicht nachvollziehen könnt, die aber in Euerm Leben eine Auswirkung haben. Ich für meinen Teil kann mich sehr schlecht mit Situationen arrangieren, die ich nicht verstehe. Das ist vermutlich einer der Gründe, warum ich sehr viel lese. Ich hinterfrage Aussagen nicht nur von Politiker und Medien, sondern auch von Mediziner, Wissenschaftlern und anderen (vermeintlich) qualifizierten Personen. Ich nutze das Internet und entsprechende Literatur, um für mich passende Erklärungsansätze zu finden. Zurzeit befasse ich mich mit dem Rückblick auf die Coronazeit und die von den Regierungen getroffenen Maßnahmen im Hinblick auf ihre Sinnhaftigkeit der Pandemie Herr zu werden. Ein weiteres sehr aktuelles Thema sind für mich die Hintergründe, die zu dem Krieg zwischen Russland und Ukraine geführt haben. Wenn es Euch auch so geht, findet Ihr auf meiner Seite Empfehlungen – Literaturempfehlungen, die Euch ein entsprechendes Hintergrundwissen vermitteln. Vielleicht sind es auch ganz andere Themen, die Einfluss auf Euer Leben nehmen, deren tieferer Sinn Euch aber noch nicht bekannt ist.
Fazit: Hinterfragt die Umstände Eures Lebens, insbesondere wenn es auf Euer Leben einen negativen Einfluss hat. Gebt Euch nicht mit Aussagen von angeblich hochqualifizieren Spezialisten zufrieden, wenn sie Euch nicht logisch erscheinen, bzw. hinterfragt Aussagen, wenn Euch das Thema wichtig ist.

Handhabbarkeit:
beinhaltet, dass das Leben mir Aufgaben stellt die ich lösen kann, z. B. weil mir die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung stehen.
Es gibt sicher viele unter Euch, die gerade in Bezug auf finanzielle Ressourcen und zur Verfügung stehende Zeit deutliche Defizite haben und das Tagesgeschäft als eine stressige Aneinander Kettung von ToDo-Punkten empfinden. Das sind häufig auch Momente, in denen die Handhabbarkeit der Anforderungen an einen selbst angezweifelt werden. Gerade bei finanziellen Problemen und ein Mangel an Zeit, z. B. für Ruhepausen, wird der Zusammenhang mit der Gesundheit besonders deutlich. Neben den vielen Menschen, die so wenig Geld haben, dass es kaum zum Leben reicht und darüber hinaus noch einen so geringen Stundenlohn bekommen, dass sie mehrere Jobs annehmen müssen, gibt es auch noch die Menschen, die dem Druck des gesellschaftlichen Prestiges erlegen sind. Sie sehen die Notwendigkeit des Geldverdienens unter anderem darin, gesellschaftlich mithalten zu können. Als Beispiel nenne ich hier mal das teure große Auto oder sich mehrmals im Jahr Urlaube leisten zu können, die nach Möglichkeit eine Flugreise beinhalten. Wenn wir nun erkennen würden, dass es andere Dinge im Leben sind, die uns glücklich machen, ein Waldspaziergang, ein Treffen mit Freunden, ein heißes Bad, dann würde das Mithalten-können im Positionskampf der Gesellschaft in den Hintergrund rücken. Ich selber war bis vor einigen Jahren diesem Irrtum erlegen. Jetzt besitze ich ein 3-Familienhaus, deren Erhalt mich völlig überfordert und mir ständig Zeit und Investitionen abverlangt, die ich eigentlich anderweitig nutzen möchte. Das einzig Richtige in einer solchen Situation ist eine Neuausrichtung des Lebens, deren Ziel durch die ehrliche Beantwortung der folgenden Fragen gefunden werden könnte.

Was brauche ich wirklich zum Leben?
Was macht mich glücklich?


Beide Fragen sind wichtig für ein neues und besseres Lebensgefühl. Ich habe in den letzten fünf Jahren meinen Haushalt um 2/3 verkleinert. Das heißt, ich habe diverse Dinge verschenkt, verkauft oder auf den Sperrmüll gegeben. Jetzt genieße ich den Freiraum in meiner Wohnung jeden Tag aufs Neue. Ich finde auch regelmäßig wieder neue Dinge in meinem Haushalt, die ich nicht mehr brauche. Meine Einstellung zum Konsum ist auch eine ganz andere geworden. Schnäppchen können mich nicht mehr verführen. Jedes Ding, das sich besitze, braucht in irgendeiner Form meine Aufmerksamkeit und damit Zeit. Sei es durch Pflege, wie Säubern oder Reparaturen oder Einkauf von Verbrauchsmaterial, Platz im Schrank, etc. Meine monatlichen Kosten sind inzwischen deutlich gesunken, was mir wiederum sowohl finanzielle wie auch zeitliche Ressourcen freigibt für Dinge, die mir inzwischen wichtiger sind. Versteht mich nicht falsch, es geht hier nicht um Askese. Wer sich beispielsweise ein ganz besonderes Kleidungsstück wünscht, weil er sich selbst darin toll findet, den bereitet das Kleidungsstück Freude, jedes Mal, wenn er es trägt. Dann gehört dieses Kleidungsstück in die Rubrik „ich brauche das zum Leben, weil es mich glücklich macht.“

Fazit: Überlegt Euch was Euch wirklich wichtig ist und was Euch glücklich macht und baut Euer Leben in diesem Sinne nach und nach um.

Sinnhaftigkeit:
Einfach ausgedrückt: Meine Anstrengungen für mein Leben sind sinnvoll. Es gibt Ziele und Projekte, für die es sich zu engagieren lohnt.
Ich habe schon früh gelernt, dass eine Vorwärtsbewegung im Leben mit einem Ziel vor Augen deutlich leichter zu erreichen ist. Diese Ziele haben mich viele Widrigkeiten des Lebens überstehen lassen. Im Laufe meines Lebens haben sich meine Ziele deutlich verändert. Mir ist es inzwischen wichtig, im Rahmen meiner Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. So engagiere ich mich z. B. politisch gegen Krieg und für Umweltschutz und soziale Ungerechtigkeit. Ich habe mir zum Ziel gemacht, nicht nur zu meckern, sondern auch aktiv etwas gegen die Missstände zu tun. Ein weiterer großer Kritikpunkt in unserer Gesellschaft und dem täglichen Leben, ist die medizinische Versorgung. Ich habe seinerzeit damit begonnen heraus zu finden, warum so viele Menschen krank sind und nicht gesund werden. Im Zuge dessen habe ich die Ausbildung zum Gesundheitsberater/ – Coach gemacht und lerne zurzeit für die Prüfung zur Heilpraktikerin. Man muss die Themen in der Tiefe verstehen um sie ggf. ändern zu können. Das Wissen, was ich mir angeeignet habe, unterstützt mich bei meinen täglichen Problemen. Es hat also einen Sinn für mich und das Engagement lohnt sich. Ich habe so die Möglichkeit auf mein Leben Einfluss zu nehmen. Ganz nebenbei lernt man auf dem Weg auch Gleichgesinnte kennen, was die Motivation und die Sinnhaftigkeit des Unternehmens zusätzlich fördert.

Fazit:
So theoretisch wie das Kohärenzprinzip von Antonovsky immer dargestellt wird, ist es gar nicht. Ich habe Euch jetzt an meinem Beispiel mal gezeigt, wie man die Bestandteile des Kohärenzprinzips für sich umsetzen kann und so zu einer größeren Lebenszufriedenheit kommt. Ich wünsche Euch dafür jede Menge Motivation und gutes Gelingen.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Katrin